Hauptplatz 11 | Villa Bucher
Die Villa Bucher, ehemals als Metnitztalerhof bekannt, diente einst als Bergrichterhaus.
Das Gebäude überblickt den Hauptplatz und präsentiert sich als ein repräsentatives Bürgerhaus.
Geschichte
Das Gebäude bestand ursprünglich aus zwei Bürgerhäusern.
Das südliche Bürgerhaus (ehemals Haus Nr. 81) war um 1600 im Besitz eines Seidennähers.
Von 1735 bis ins 19. Jahrhundert befand sich dieses Haus im Besitz verschiedener Webermeister.
Laut Archivalien war das nördliche Bürgerhaus (ehemals Haus Nr. 82) 1516 im Eigentum eines Bergrichters.
Baugeschichte
Der Baukomplex bestand ursprünglich aus zwei getrennten mittelalterlichen Häusern aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Das nördliche Haus wurde im 14. Jahrhundert im rückwärtigen Bereich erweitert.
Beide Häuser wurden hauptsächlich im 16. Jahrhundert umgebaut.
Sie erhielten zwischen 1896 und 1898 eine einheitliche Fassade.
1967 erfolgten Fassadenänderungen.
1984 wurde ein Dachbodenausbau durchgeführt.
1988 wurde die Fassade erneut verändert.
Lage
Das Gebäude steht auf einer leichten Erhöhung und schließt das westliche Ende des Hauptplatzes ab.
Aktuelle Nutzung
Die historische Liegenschaft am Hauptplatz 11 beherbergt heute die „Villa Bucher – Hotel & Restaurant“.
Hauptplatzfassade
Stil
Seit 1988 weist die Fassade eine schlichte Gestaltung in leicht historisierender Form auf.
Geschoße
Das Gebäude besteht nun aus drei Geschoßen und einem Dachgeschoß.
Horizontale Gliederung
Die Fassade wird durch ein Gurtgesims, das die oberen beiden Geschoße trennt, horizontal gegliedert.
Vertikale Gliederung
Die Hauptplatzfassade weist vier Fensterachsen auf.
Fenster im zweiten Obergeschoß
Die Fenster sind mit schlichten Putzrahmen versehen und verfügen über dunkle Fensterläden. Unterhalb der Sohlbänke sind Blumenkästen angebracht.
Fenster im ersten Obergeschoß
Auch diese Fenster weisen einfache Putzrahmen, dunkle Holzläden und Blumenkästen auf. Eine rechteckige Putztafel verbindet die Fensterbank mit einem Gesims darunter. Diese Tafel besitzt im Zentrum eine flache, rautenförmige Vertiefung.
Erdgeschoß
Im Erdgeschoß öffnen sich große verglaste Fenster und ein rundbogiges Portal zur Laube. Ein modernes Glasvordach überspannt die Laube.
Überdachter Eingang
Ein überdachter Eingang rechts der Laube ermöglicht den Zugang zum Gebäude vom Platz aus.
Fassadenaufschrift und Wappen
Fassadenaufschrift und Wappen an der Fassade erinnern an die traditionelle Funktion des Gebäudes als Gasthof.
Nordwestfassade
An der Nordwestfassade liegt im Erdgeschoß Mauerwerk aus dem 13. Jahrhundert frei.
Dach
Das Gebäude wird von einem Zwerchwalmdach mit Dachziegeldeckung abgeschlossen. Dieser Dachtyp verbindet Merkmale von Sattel- und Walmdächern. Aufgrund seiner komplexeren Konstruktion ist er aufwendiger zu errichten als ein einfaches Sattel- oder Walmdach. Er bietet jedoch mehr Dachbodenfläche und höhere Windstabilität. Das Dach wird von markanten Dachgaupen durchbrochen, die zusätzliches Licht in das Dachgeschoß bringen.

1 ziegelgedecktes Krüppelwalmdach
2 dominante Dachgaube | 3 Stuckschrift
4 Wappen | 5 Gurtgesims
6 schlichte Putzrahmung
7 dunkle Holzfensterläden | 8 Fensterbank
9 rechteckiges Stuckrelief mit zentraler Rautenvertiefung
10 korbbogiges Portal | 11 Vorhalle
12 überdachter Eingangsbereich

1 schlichte Putzrahmung | 2 dunkle Holzfensterläden
3 Blumenkasten | 4 Gurtgesims
5 Fensterbank | 6 zentral vertiefte Raute
7 rechteckiges Putzfeld






