Hauptplatz 4 | Hotel Friesacherhof
Geschichte
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand das Gebäude im Eigentum des Lebzelters Johann Hofer.
Im Jahr 1890 ist das Haus als Gasthaus des Lorenz Primig belegt.
Baubeschreibung
Das Anwesen präsentiert sich als repräsentatives Eckhaus, das auf einem U-förmigen Grundriss errichtet wurde und dessen baulicher Kern in das 16. Jahrhundert zurückreicht.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts erfuhr der Bau mehrere Umbauten.
Abgeschlossen wird das Gebäude durch ein Krüppelwalmdach.
Außen
Platzfassade
Die Platzfassade wurde in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert. In diesem Zusammenhang erfolgte der Ausbau des Giebelgeschosses sowie die Erweiterung um eine dritte Fensterachse von links, in die ein Biforienfenster eingesetzt wurde.
Im ersten Obergeschoß ist in der vierten Achse von links ein Biforienfenster aus dem 16. Jahrhundert erhalten.
Vor den beiden mittleren Fenstern befindet sich ein Balkon.
Das Erdgeschoß wurde durch Umbauten im Jahr 1972 deutlich verändert.
Herrengassenfassade
Die Herrengassenfassade ist durch einen zweiachsigen Mittelgiebel gegliedert.
Die Fenster sind mit geraden Verdachungen ausgestattet.
Hoffassade
Die Hoffassade wurde im 20. Jahrhundert umgestaltet.
Sie verfügt über eine Terrasse sowie über eine Verkleidung des Arkadenganges mit Bogenquaderung.

















Wappen

An der Fassade des Hotels Friesacherhof am Hauptplatz 4 ist ein plastisch gestaltetes Wappen zu sehen. Es ist von einem verzierten Rahmen eingefasst und zeigt ein stilisiertes Tor, flankiert von zwei Seitentürmen und bekrönt von einem mittleren Turm. Das Tor ist mit einem Fallgitter dargestellt.
Über dem Wandbild erscheint eine krönende Zierform mit einer kleinen Schriftrolle, die das Datum 1951 trägt.
Das Wappen an der Hotel-Fassade ist eine adaptierte Version des offiziellen Friesacher Stadtwappens. Es behält die Hauptmerkmale – das Tor, die Seitentürme und den mittleren Turm – bei, lässt jedoch einige der feineren Details weg und ergänzt ein Datum, das nicht Teil des Originalentwurfs ist.
Modelliertes Stuckrelief

Diese Form der Stuckdekoration wird als modelliertes Stuckrelief bezeichnet.
Technik
Das modellierte Stuckrelief ist eine dekorative Technik, bei der kalkgebundener Stuck auf die Wandoberfläche aufgetragen, plastisch geformt und schichtweise aufgebaut wird, um erhabene ornamentale Motive zu schaffen.
Im Gegensatz zur Sgraffitotechnik, bei der die Gestaltung durch das Einschneiden mehrerer Putzlagen erfolgt, handelt es sich hierbei um ein additives Verfahren, das auf Modellieren und plastischem Aufbau beruht.
Diese Technik wurde bei Kärntner Bürgerhäusern häufig eingesetzt, um Fassaden durch symbolische oder ornamentale Bildmotive zu bereichern.
Beschreibung des Stuckwerks
Das modellierte Stuckrelief ist mittig am Wandgiebel angebracht und zur Herrengasse ausgerichtet.
Dargestellt ist ein stilisiertes Weinrankenmotiv, bestehend aus geschwungenen Ranken, Blättern und Trauben. Die Komposition wird von einer bewegten, wellenförmigen Kontur eingefasst, die dem Relief einen lebhaften Rhythmus verleiht.
In symbolischer Hinsicht stehen Weinrebe und Trauben traditionell für Fruchtbarkeit, Fülle, Weinbau und Wohlstand.

