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Fürstenhofgasse 10
Denkmalgeschütztes Bürgerhaus

Besitzgeschichte

Das Abgabenregister aus der Mitte des 18. Jahrhunderts liefert den ersten Nachweis über den Privatbesitz des Gebäudes.

Baugeschichte

Die Bausubstanz reicht teilweise bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück.

Sie wurde wiederholt adaptiert und erweitert, insbesondere im 16. Jahrhundert.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt das Gebäude eine einheitliche Biedermeierfassade und ein Krüppelwalmdach.


Die architektonische Form des Bürgerhauses veranschaulicht die kontinuierliche Entwicklung städtischer Wohn- und Repräsentationsarchitektur vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Außen | Westfassade

Westfassadengliederung
Die Westfassade weist eine unregelmäßige Achsanordnung auf. Sie ist horizontal durch ein Kordongesims und eine Sockelzone gegliedert.

Fensterrahmungen und Stuckdekoration des Obergeschosses
Die rechteckigen Fensteröffnungen liegen in einfachen Putzfaschen mit geraden Verdachungen und Sohlbänken. Im Obergeschoss befinden sich Stucktafeln zwischen Sohlbank und Kordongesims. Jede Tafel wird von einem weißen rechteckigen Stuckrahmen gefasst, innerhalb dessen zwei rautenförmige Putzmotive symmetrisch angeordnet sind. Über den geraden Fensterstürzen sitzen gleichartig gestaltete rechteckige Felder, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinzugefügt wurden.

Rundbogenportal
Die Mittelachse enthält ein einfaches Rundbogenportal mit Schlussstein, Kämpfern, glatten Pfeilern und Sockeln.

1 rechteckiger Stuckrahmen über dem Fenstersturz
2 gerader Fenstersturz
3 profilierte Fensterrahmung
4 profilierte Sohlbank
5 rhombenförmiges Verputzmotiv
rechteckiger Stuckrahmen zwischen der Sohlbank und dem Gurtgesims
7 Gurtgesims

Galerie 1 | Außenbereich

Außen | Hoffassade

Hoffassade und Holzpawlatsche
Die Hoffassade wird durch eine biedermeierliche Holzpawlatsche (offene Galerie) aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts aufgewertet.

Dach

Der L-förmige Baukörper wird von einem Krüppelwalmdach abgeschlossen, dessen eine Dachfläche in einen Halbwalmdachabschluss ausläuft.

Mehrere Dachhäuschen durchbrechen die Dachfläche.

Gartenmauer

Eine Gartenmauer schließt an der Nordseite des Hauses an, deren Teile bis ins späte 13. Jahrhundert zurückreichen. Sie verläuft über ungefähr 100 Meter.

Innen

Hauseinfahrt
In der Hauseinfahrt befindet sich ein breites, kurzes Tonnengewölbe mit Stichkappen und einfachen aufgeputzten Graten aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Nordöstlicher Gartentrakt
Der älteste Teil des Hauses ist der tonnengewölbte nordöstliche Gartentrakt, der um 1300 entstanden ist.

Keller
Im Keller wurde ein Tonnengewölbe mit Stichkappen über Wandpfeilern in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet.

Verputzte Decken
Die Räume haben überputzte Riemlingdecken.

Biedermeierliche Eisentür
Eine biedermeierliche Eisentür befindet sich im ersten Obergeschoss.

Sukzessive Erweiterungen
Die Niveauunterschiede sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss sind das Ergebnis sukzessiver Anbauten.

Galerie 2 | Innenbereich | Türen

Galerie 3 | Innenbereich | Fresken

Restaurierung eines biedermeierlichen Bürgerhauses

Von beinahe ruinösem Zustand zu wiederentdeckter Kostbarkeit:
Seit acht Jahren haucht die Familie Moravi einem historischen Bürgerhaus in der befestigten Stadt Friesach neues Leben ein. Mit bemerkenswerter Sorgfalt bringen sie das Gebäude schrittweise aus seinem Verfall zurück.

Jürgen Moravi (Architekt, Denkmalpfleger und Bauhistoriker) und seine Frau Miriam Moravi (Kunsthistorikerin und Malerin) sind die treibende Kraft hinter dem Projekt.
Ihr Engagement hat inzwischen europaweit Aufmerksamkeit erregt:
Das Gebäude wurde kürzlich von European Historical Houses zum „Haus des Monats“ gewählt und einem internationalen Publikum online vorgestellt.

Vor zehn Jahren schien das denkmalgeschützte Gebäude dem Einsturz nahe. Regenwasser drang durch das undichte Dach ein, die Bausubstanz war deutlich beschädigt, und obwohl die Außenfassade ein paar Jahre zuvor instand gesetzt worden war, befanden sich das Innere und der überwucherte Garten in vernachlässigtem Zustand.

Unbeirrt führt das Paar sein Vorhaben mit ungebrochenem Enthusiasmus fort.
Im Juli 2013 erwarben sie das Haus aus der Mitte des 13. Jahrhunderts in der Fürstenhofgasse 10, entschlossen, es zu retten.

Auch wenn noch viele Jahre Arbeit bevorstehen, ist das Wesentliche bereits erreicht:
Ein einst verlassenes Haus besitzt wieder Zukunft – und erneut eine Familie.