Bahnhofstraße 2 | Bürgerhaus
Das Gebäude in der Bahnhofstraße 2 zeigt eine zweigeschoßige Fassade, die typisch für die Kärntner Bürgerhausarchitektur des 19. Jahrhunderts ist.
Geschichte
Vom frühen 18. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert befand sich das Haus nach archivalischen Quellen durchgehend im Besitz eines Bäckers und steht damit in einer langen handwerklichen Tradition.
Baugeschichte
Der Bau bildete ursprünglich mit dem Haus Nr. 4 Bahnhofstraße (heute teilweise durch einen Neubau ersetzt) eine zusammengehörige Anlage. Der bauliche Kern des Hauses reicht in das 16. Jahrhundert zurück.
Baubeschreibung | Außen
Fassade
Die historistische Fassade aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist in einem zarten, pastellfarbenen Lachs-Pfirsichton verputzt und durch weiße Putzgliederungen akzentuiert.
Gliederung
Zwei durchgehende Gesimse sind ober- und unterhalb der Fenster des Obergeschoßes angeordnet.
Gemeinsam rahmen sie eine dekorative Zone, in der sich abwechselnd fünf Fresken und vier Fenster befinden.
Das untere Gesims markiert zugleich die Trennung zwischen Erd- und Obergeschoß.
Obergeschoß
Die Fresken in der Dekorzone zeigen fünf Szenen, die den Prozess des Brotbackens darstellen. Sie entstanden um 1950.
Erdgeschoß
Das Erdgeschoß mit Putzrustizierung weist zwei quadratische Fenster mit innenliegenden Eisengittern aus dem 19. Jahrhundert auf.
In der dritten Achse von links liegt ein rundbogiges Portal mit hölzernen Türflügeln und einem schmiedeeisernen Bogengitter, datiert 1901.
In der vierten Achse befindet sich ein rechteckiges Portal mit dem traditionellen Schriftzug „Bäckerei Völkl“, der auf eine historische Bäckerei hinweist.
Erdgeschoßrustizierung
Das Erdgeschoß zeigt eine Putzrustizierung – eine Nachahmung von Steinmauerwerk durch waagrecht ausgerichtete, längliche Putzfelder.
Der genutete Sockelbereich besitzt eine aufgeraute Oberfläche und verleiht dem Baukörper eine optisch festere Basis auf Straßenniveau.
Dach
Den oberen Abschluss bildet ein steil geneigtes Satteldach, das mit traditionellen roten Ziegeln gedeckt ist.

1 Satteldach | 2 First | 3 breite Traufkehle |
4 Fresken (Entstehung des Brotes) |
5 Gesims | 6 grobe Putzrustizierung |
7 gebänderte Rustika | 8 Rundbogenportal |
9 Geschäftseinbauten

1 Satteldach | 2 First | 3 breite Traufkehle |
4 Fresken (Entstehung des Brotes) |
5 Gesims | 6 grobe Putzrustizierung |
7 gebänderte Rustika | 8 Rundbogenportal |
9 Geschäftseinbauten





1 profiliertes Fenstergesims | 2 Putzornamentik |
3 Fensterrahmung | 4 Holzrahmenfenster |
5 Sohlbankgesims | 6 geschmücktes Parapetfeld
Fensterumrahmung und Putzgliederung
Fensterverdachung
Die gesamte Fensterumrahmung wird von einer profilierten, leicht aus der Wand hervortretenden weißen Verdachung bekrönt.
Putz über dem Fenster
Über dem Fenster befindet sich ein zentrales, weißes, eingeschnittenes Feld mit einem pfirsichfarbenen Dekorband und einem Tasselmotiv.
Zwei vertikale Lisenen
Die Putzrahmung des Fensters wird auf beiden Seiten von pfirsichfarbenen Lisenen eingefasst.
Putz unter dem Fenster
Unterhalb des Fensters verläuft eine leicht vortretende, weiße Putzleiste als Sohlbankgesims. Darunter liegt ein pfirsichfarbenes Putzfeld mit zentralem, weißem, eingezogenem Feld.





Fünf Fresken zur „Entstehung des Brotes“
Im Obergeschoß wechseln sich fünf Fresken mit vier rechteckigen Fenstern ab.
Die Malereien zeigen die einzelnen Arbeitsschritte der Brotherstellung.
Die Figuren sind in warmen Erdfarben – Ocker, Braun und Rot – vor tiefrotem Hintergrund gestaltet und verleihen der Fassade eine harmonische, rhythmische Gliederung.
Abfolge der Szenen (von links nach rechts, von der Straßenansicht aus):
1 | Aussaat
2 | Ernte
3 | Teigbereitung
4 | Brotbacken im Ofen
5 | Verzehr des Brotes
