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Bahnhofstraße 1 | Bürgerhaus

Funktionale Geschichte

Das Bürgerhaus in der Bahnhofstraße 1 ist gegen Ende des 18. Jahrhunderts erstmals archivalisch erwähnt, als es sich im Besitz eines Krämers befand.

Im 19. Jahrhundert war das Gebäude im Eigentum eines Bäckers, was auf eine langjährige Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe hinweist.

Baugeschichte

Der Bau stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert und wurde vermutlich unter Verwendung älteren Mauerwerks errichtet.

Fassade und Anbauten wurden im 19. Jahrhundert umgestaltet.

Die modernen Geschäftseinbauten im Erdgeschoß entstanden in den 1970er-Jahren.

Baubeschreibung | Außen

Die Fassade aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zeigt eine historistische Gestaltung mit feinem Neorenaissancedekor im Obergeschoß.

Kennzeichnend sind diamantquaderartig rustizierte Ortsteine und zart profilierte Gesimsgliederungen.

Die Fenster des Obergeschoßes besitzen gebänderte Putzfaschen, ornamentierte Konsolen, gerade Verdachungen und profilierte Sohlbänke; die Parapetfelder darunter sind schmucklos ausgeführt.

Im Erdgeschoß mit Putzrustizierung wurden in den 1970er-Jahren moderne Geschäftseinbauten eingefügt.

In der vierten Achse (von links) befindet sich ein segmentbogiges Portal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Den oberen Abschluss bildet ein Satteldach mit Dachhäuschen.

1 Gaubenfenster | 2 Gurctgesims |
3 Diamantquaderung | 4 Kartusche |
5 gebänderte Rustika | 6 Gesims | 7 Stuckfeld

1 Gesimsband | 2 Fenstergesims |
Konsole | 4 Zierumrahmung |
5 schmiedeeiserner Blumenkasten |
6 Gesims | 7 Stuckfeld

Details des Fensterabschnitts

Gesimsband – Schmaler, waagerechter Streifen oberhalb des Fensterbereichs.

Fenstergesims – Das vorkragende Abschlussprofil über dem Fenster, das der Gestaltung eine klassische Note verleiht.

Konsole – Zentrales, dekoratives Stützelement unter dem Fenstergesims, das diesem optischen Halt verleiht.

Zierumrahmung – Markante, rustizierte Putzrahmung des Fensters.

Schmiedeeiserner Blumenkasten – Unterhalb der Fensterbank angebrachte, kunstvoll gearbeitete Eisenkonstruktion, die Funktionalität und Zier verbindet.

Gesims – Waagerechtes, vorkragendes Profil unterhalb des Fensters, das den oberen Abschluss der unteren Fassadenzone bildet.

Stuckfeld – Glatte Putzfläche unterhalb des Fensters und oberhalb des unteren Gesimses, die zur harmonischen Gliederung der Fassade beiträgt.

Die Fenstergestaltung in der Bahnhofstraße 1 zeigt eine elegante Verbindung von neoklassizistischen und späthistoristischen Einflüssen. Die rustizierte Putzrahmung und das durch eine Konsole gestützte Gesims erinnern an die Formensprache der klassischen Architektur, während die warme Ockerfarbe der Fassade und der schmiedeeiserne Blumenkasten an den biedermeierlichen Fassadenschmuck des 19. Jahrhunderts denken lassen. Zusammen ergibt sich ein harmonisches, zurückhaltend verziertes Stadtbild, wie es für mitteleuropäische Bürgerhäuser jener Zeit typisch ist.