Hauptplatz 7 | Apotheke
Das Gebäude am Hauptplatz 7 besteht aus zwei angrenzenden Bauteilen. Heute beherbergt es eine Apotheke.
Geschichte
Im frühen 18. Jahrhundert diente das Gebäude als das städtische Rathaus.
Seit dem späten 18. Jahrhundert wird es als Apotheke genutzt.
Baugeschichte
Die Liegenschaft besteht aus zwei baulich getrennten Häusern.
Östliches Haus
Das östliche Haus ist eine Anlage, deren Ursprung bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückreicht. Es durchlief mehrere Umbauphasen, besonders zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Die jüngste Umgestaltung erfolgte 1968.
Westliches Haus
Das westliche Haus stammt ebenfalls im originalen Bestand aus dem 13. Jahrhundert. Es wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts neu aufgebaut und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erneut umgestaltet.
Baubeschreibung | Außen
Östlicher Trakt (kräftig gelb gefasst)
Horizontale Gliederung
Die Fassade wird horizontal gegliedert durch (von oben nach unten):
– vorkragende Traufe
– markante Untersicht
– Kranzgesims
– profiliertes Kordongesims
– Sockelzone
Erdgeschoß
Im Erdgeschoß werden die Fassadenkanten durch Ortsteine betont. Zwei Korbbogenportale mit Kämpfern und Keilsteinen stammen aus 1968.
Obergeschoß
Unter dem Kranzgesims befindet sich ein breites Zierband (Fries) mit einem wiederholten Muster aus gekreuzten lilienförmigen Bögen. Die Obergeschoßfassade weist zudem gemalte Quaderungen auf.
Die Fenster des Obergeschoßes sind mit schlichten Rahmungen, Dreiecksgiebelverdachungen und einem Mäanderfries über dem Sturz, aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, versehen.
Fresken
Mehrere Fresken haben sich im Obergeschoß erhalten.
Mehrere Fresken befinden sich zwischen den Fensterachsen.
Beschreibung der frontalen Ansicht der Fresken
Fresko links:
Dieses Fresko zeigt eine gerahmte Darstellung des Heiligen Christophorus, um 1500.
Drei Fresken in der Mitte:
Oben befindet sich das Wappen des Erzbischofs Jakob Ernst Graf von Liechtenstein (1745).
Darunter liegen zwei Wappen, 1497.
Das rechte ist das Stadtwappen von Friesach.
Fresko rechts:
Dieses Fresko zeigt das Wappen des Leonhard von Keutschach, 1497, und trägt eine Inschrift, die lautet: „Dieses Werk wurde von Leonhard von Keutschach für spätere Generationen gestiftet oder erneuert.“
Westlicher Trakt (pastellgrünlich-grau gefasst)
Die Fenster besitzen schlichte Rahmungen.
Im ersten Obergeschoß werden sie von Dreiecksgiebelverdachungen bekrönt.
Im zweiten Obergeschoß werden die Fenster durch gesprengte Korbbogenverdachungen mit Rautenmotiv, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, abgeschlossen.
Ein sich verjüngendes Kellerfenster ist durch ein Metallgitter gesichert.
Die westliche Fassadenkante wird mittels imitierter Eckquader akzentuiert.
Eine Gedenktafel erinnert an Karl Schönherr, Arzt und Schriftsteller (1867–1943), der hier 1890/91 als Praktikant tätig war.
Dach
Ein steiles Satteldach, mit Ziegeln gedeckt, spannt sich über beide Gebäudeteile. Es verfügt über einen Feuermauergiebel und drei Dachhäuschen.
Besonderheit
Die Apotheke besitzt originale Holzausstattungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.


Fresko mit Hl. Christoph und Christkind
Das Fresko auf der linken Seite stammt aus der Zeit um 1500 und zeigt Hl. Christoph, einen in der christlichen Ikonographie beliebten Heiligen, der das Christkind über einen Fluss trägt.
Das Fresko ist von einem roten rechteckigen Rahmen eingefasst, der die Figuren von Hl. Christoph und dem Christkind umschließt.
Hl. Christoph wird mit einem großen Stab in der Hand dargestellt, hochgewachsen und kräftig, was seine Stärke und seine Rolle als Beschützer symbolisiert. Er trägt das Christkind auf der Schulter, eine traditionelle Darstellung dieses Heiligen, der oft mit der sicheren Begleitung von Reisenden über gefährliche Gewässer verbunden ist.
Die Figuren sind in gedämpften Farbtönen gemalt: Hl. Christoph trägt ein tiefrotes Gewand, das Christkind ist mit einem Heiligenschein versehen, trägt ein Gewand und hält in einer Hand eine Kugel mit Kreuz. Der Hintergrund ist in sanftem Hellgrün gehalten und ergänzt die erdigen Töne der Figuren.
Trotz einiger Abnutzung im Laufe der Zeit bewahrt das Fresko eine Aura der Ehrfurcht und meisterhafte Handwerkskunst aus der Spätgotik.


Breiter Zierfries an der Fassade
Über den Fenstern des Obergeschosses und unter der Dachtraufe der Fassade ist ein durchgehendes horizontales Zierband sichtbar. Es zeigt ein wiederholtes geometrisches Muster.
Meanderfriese
Vier Meanderfriese befinden sich direkt über den Fenstern des Obergeschosses und unter den dreieckigen Giebeln. Sie zeigen ein griechisches Schlüsselmotiv.













